Warum bewerten Menschen?

06.10.2023

Wir Menschen sind von Kind an darauf konditioniert, Situationen, Menschen oder Gegebenheiten zu verurteilen, interpretieren oder bewerten. Nun brach nach Corona die Persönlichkeitsentwicklungswelle aus. Jeder, der will und kann, will Coach und reich werden. Menschen fangen sogar an zu sagen, dass es unanständig sei zu bewerten. In unserem Schul- und Hochschulsystem wird die kognitive Leistung nach wie vor bewertet und benotet. In Coaching wird z.B. eingetrichtert, auf Bewertungen zu verzichten und stattdessen, wahrzunehmen und zu beobachten. Coachee widersprechen oft, da die übliche Arbeitswelt nach wie vor bewertet. Wer Dienstleistungen anbietet, wird im Internet bewertet und nach seiner Leistung bezahlt.

Wann bewerten Menschen?

  • Menschen mit einem geringeren Selbstwertgefühl und eingeschränkter Reflektionskompetenz, bedienen sich der Bewertung, Verurteilung oder Interpretation.
  • Angestellte, die befürchten etwas verändern zu müssen, wenn neue Kollegen eingestellt werden.
  • Heimische, welche Angst haben, dass Migranten Ihnen Arbeit und andere Annehmlichkeiten wegnehmen können.
  • Aus Angst etwas zu verlieren oder etwas nicht zu bekommen, was der Mensch haben möchte.
  • Aus Angst nicht geliebt, abgewertet und anerkannt zu werden.
  • Wenn Menschen, den eigenen Vorteil für sich nutzen möchten und über niedrige soziale Kompetenzen verfügen (fehlende Empathie/Impathie).

Was kann stattdessen getan werden?

  • Betroffene können offene Fragen stellen und in den Dialog kommen, z.B. nach dem Befinden, Anlass, Motivation oder Absicht.
  • Betroffene können die Situation beobachten und sich immer wieder fragen, ob es sie was angeht? (Also, ob eine Intervention angebracht ist, statt unreflektiert zu bewerten).
  •  Wer richtig lächelt bewertet nicht...
  • Weiter können Betroffene sich mit dem Bewusstsein und den eigenen Werten (positive/Negative) auseinandersetzen.  Wenn sie all das Befolgen, entsteht Platz für echtes Interesse und echten Begegnungen.
  • Betroffene können auch ein Journal führen und Ihre Erfahrungen beim Verzichten auf Bewertungen, Interpretationen sowie Verurteilungen, schriftlich dokumentieren. 

Stellen Sie sich darauf ein, dass es ein Prozess ist.  Es kann dabei Höhen und Tiefen in den Emotionen geben!